Fakten Check „Sanierung KiTa Hainpfad“

Presse

 

Fakten Check „Sanierung KiTa Hainpfad“

 

Es gab viele Berichte der GfE mit Informationen von nicht langer Halbwertzeit. Eindrucksvollstes Beispiel für die Methode „Fake News sind auch News“ war die Information, dass die Siedlungsbeschränkung auf Teilen des Spielplatzes/Skaterbahn des SVE Geländes, eingezeichnet mit dicken Linien, den Neubau einer KiTa verhindere – diese Information war falsch, das Regierungspräsidium sieht in der Siedlungsbeschränkung kein Bebauungshindernis.

Wir werden die Fakten zusammentragen, die durch Quellen (Sitzungsdienst der Gemeinde Erzhausen www.erzhausen.eu) belegbar sind. Sollten es fachliche Stellungnahmen geben, so machen wir deutlich, durch wen sie getätigt wurde.

 

Kostensituation (grob gerundet)

10/2014 reine Sanierung ohne Bewegungsraum 616T€ (Kostenschätzung Bau-, Verkehr- und Umweltausschuss 24.11.2014, V/277)

05/2015 Sanierung mit Bewegungsraum 800T€ (Kostenschätzung Anbau Bewegungsraum, Memo Architekt Braun 175 T€, V/277 4. Ergänzung)

01/2017 Sanierung mit Bewegungsraum, mit Dachsanierung, mit Sandschleuse und mit weiter gehenden Maßnahmen zur Kellerabdichtung 988T€ (V/277 5. Ergänzung)

04/2019 Überarbeitete Sanierungskosten ohne Dachsanierung, ohne Sandschleuse, ohne Alternativunterbringung der KiTa Kinder 1,1 Mio. Euro. (V/277 7. Ergänzung)

Containerstellung für die Unterbringung der Kinder für ein Jahr 255T€ auf dem Gelände der Grillhütte / Bauhof (VI/247 1. Ergänzung)

Summe einer Sanierung mit Containerstellung 1,3 Mio. Euro.

Zur Verfügung stehen Fördermittel in Höhe von rund 660 T€ - ergibt eine Differenz von 640T€, die durch die Gemeinde finanziert werden müsste.

 

Gebäude

- Baujahr des Gebäudes 1970

- Bausubstanz „gut“ (Architekt Braun)

- Eine Pumpenkonstruktion im Keller dient dazu, stetig eindringendes Grundwasser (aus der Drainageschicht um das Gebäude herum) definiert abzupumpen. So soll eine Flutung des Kellers durch das ins Gebäude eindrückende Grundwasser verhindert werden.

In der Vergangenheit gab es bereits Fehlfunktionen der Pumpenanlage mit Folgeschäden.

- Sanierungsplan: Die bereits feuchten Außenwände des Gebäudes sollen zum Teil abgedichtet werden. Aus technischen Gründen kann die Bodenplatte jedoch kann nicht vollständig saniert werden – Bodenplatte bleibt zum „abtrocknen“ ohne Estrichbelag, Fenster zur Durchlüftung immer geöffnet. (Aussage Architekt Braun)

- Sanierungskritik: Eine energetische Abdichtung der KiTa Räume (neue Fenster, dichte Wände) können mit der Feuchtesituation im Keller zu einem Feuchteproblem in den Räumen führen - gerade vor der aktuellen Situation im AWO Seniorenheim in der Industriestraße.

- Nach der Sanierung muss das Gebäude für 20 Jahre instand gehalten werden, da sonst die Fördergelder anteilig zurückgezahlt werden müssen. (Förderrichtlinien WI Bank)

- Sanierung des Daches nach Aussage Architekt Braun in 5 bis 10 Jahren wahrscheinlich, Kosten 53T€ (Kostenschätzung 01/2017). (Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss vom 08.04.2019)

- Folgekosten aus den Sanierungsarbeiten wie Feuchteschäden können weder an die ausführenden Firmen noch an den Architekt weitergegeben werden. (Gewährleistungsrecht)

D.h. sollten sich innerhalb der nächsten 20 Jahren Folgeschäden wie z. Beispiel Schimmel ergeben, wird die Gemeinde dafür zahlen müssen.

 

Zeitschiene

- Abrechnung der Sanierung muss bis Okt./Dez. 2020 erfolgen, sonst werden die Gelder nicht ausgezahlt. (Kreditbedingungen der WI Bank)

- Ein Submissionsverfahren (öffentliche Ausschreibung) muss in der derzeitigen Bauboomphase nicht unbedingt bedeuten, dass 1. Angebote überhaupt abgegeben werden und 2. dann diese auch preislich im Planungsrahmen sind. Eine weitere Ausschreibung (und somit zeitliche Verzögerung) kann die Folge sein, die den Beginn der Sanierung verzögert und somit die Fördergelder mehr als gefährdet.

- Die Zeitplanung des Architekten lässt eine fristgerechte Sanierung möglich erscheinen, aber dazu darf sich keine Planungsposition verzögern. Zum Teil werden Projektabschnitte aus Zeitersparnis parallel verfolgt, die in der Regel nacheinander ausgeführt werden. (Zeitplan V/277 7. Ergänzung)

 

Fördergelder

- Die durch die WI Bank bewilligten Mittel sollen für Erzhausen umgewidmet werden. Hierdurch entsteht eine Entlastung des Erzhäuser Ergebnishaushalts in nicht unerheblichen Maß (kann nur nach Beendigung aller Ersatzmaßnahmen beziffert werden). (Erkennbar im Jahr 2020)

- Förderprojekte: die Sanierung der Brühlstraße/Brühlweg, Sanierung des Bürgerhauses (Heizung, Lüftung, Wärmerückgewinnungsanlage) und optional in die Beleuchtung Erzhausens. Alle Projekte bis Ende 2020 abschließbar. (HuFinA 11.04.2019)

 

Anzahl der Kindergartenplätze

- Ab Oktober 2019 keine freien Kindergartenplätze in Erzhausen mehr vorhanden (prognostiziert 19 Plätze zu wenig). (Sozial-, Kultur- und Sportausschuss vom 07.03.2019)

- Ab August 2020 werden es in Summe 45 Kinder sein, die keinen Platz in einer gemeindlichen KiTa erhalten werden. (Sozial-, Kultur- und Sportausschuss vom 07.03.2019)

- Eine Sanierung wird keine neuen Kindergartenplätze schaffen, es wird die Anzahl der KiTa Plätze gehalten.

- zusätzliche Hintergrundinformation: Eine Kindergartengruppe umfasst 25 Kinder, eine Integrationsgruppe 20 Kinder.

Es wurden seit 2015 alle räumlichen Möglichkeiten ausgelotet, um das vorhandenen Raumangebot (mit Wohnung) optimal zu nutzen. Ergebnis war die Planung eines Anbaus für einen Bewegungsraum (63 qm) und eines neuen Leitungsbüros (17 qm). Die Unterbringung einer weiteren Gruppe wurde damals als nicht möglich verworfen. (BVU 18.02.2015, Beschluss TOP 5, V/277 2. Ergänzung)

 

Containerlösung

- Containerkosten für eine 5 gruppige KiTa je nach Variante zwischen 255T€ und 310T€ für einen Mietzeitraum von einem Jahr (VI/247 1. Ergänzung)

- Bei Stellung der Container auf das von den Eltern gewünschte Gelände der Grillhütte / Bauhof sind weitere Kosten für die Bereitstellung von Spielgeräten zu erwarten (Resümee aus der Auslagerung der KiTa Sandhügel, anlässlich des Wasserschadens im Jahr 2016)

- Container sind nur für eine zeitlich beschränkte Nutzung sinnvoll, Klimatisierung nicht vorhanden. Container mit „mehr Komfort“ wären vergleichbar mit den Modulbauten des Kreises im Schulbereich. Die geplanten Container haben nicht diese Qualität. Innenraumtemperatur Container stark abhängig von Außentemperatur, Beschattung der Container nicht möglich. (Architekt Braun, BVU 08.04.2019)

- zusätzliche Hintergrundinformation: Die dringend benötigte 5. KiTa Gruppe soll kurzfristig in zusätzlichen Containern erfolgen. Eine Unterbringung dieser dann aufgenommenen Kinder nach der Sanierung (Ende 2020) in eine Einrichtung ist nicht möglich. Die Verwaltung schlug vor, die Kinder im Container zu belassen und diesen dauerhaft einer KiTa zuzuordnen. (BVU 08.04.2019)

 

Fazit:

Einer Sanierung der 49 Jahre alten KiTa Hainpfad für 1,1 Mio. Euro (+ 255T€ Container) können wir nicht zustimmen. Die zu erwartenden Instandhaltungsmaßnahmen und Folgekosten sind für Erzhausen bereits jetzt absehbar und müssen dann auf Grund der Förderrichtlinien über 20 Jahre getragen werden.

Unter dem Aspekt der Bereitstellung der Infrastruktur kann es sich eine wachsende Gemeinde nicht leisten, Geld in ein Bestandsgebäude zu investieren, das nach einer Sanierung keinen einzigen neuen Kindergartenplatz vorweisen kann. Diese Investition ist NICHT nachhaltig und wird deshalb von uns abgelehnt.

 

Sie suchen den Dialog mit uns? Schreiben Sie uns eine Mail unter info@spd-erzhausen.de! Gerne stehen wir für ein persönliches Gespräch zur Verfügung – dieses Angebot richtet sich vor allem an die Elternvertreter der KiTa Hainpfad!

 

Nächste Woche informieren wir Sie über die Faktenlage zum Thema Neubau.

 

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