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Im Gespräch mit Michaela Niemuth

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Im Gespräch mit Michaela Niemuth

Michaela Niemuth, geboren 1968, Mutter von 5 Kindern, wohnt seit 23 Jahren in Erzhausen, arbeitet ehrenamtlich im Angehörigenbeirat der Aumühle, der AWO, im Verein „Vergiß mein nicht“, ist im Kirchenvorstand der evangl. Kirche und im Festausschuss des SVE.


 

Du bist Mutter von fünf Kindern, hast davon ein behindertes Kind und engagierst Dich ehrenamtlich in verschiedenen Institutionen und Vereinen. Hat Dein Tag 48 Stunden? Wie bekommst Du das alles unter einen Hut?

Michaela lacht, „Nein – mein Tag hat leider auch nur 24 Stunden. Heute mag ich z.B. Abendtermine nicht mehr so gerne wie noch vor 10 Jahren. Ausserdem habe ich inzwischen gelernt, auch mal  NEIN zu sagen. Mir ist es wichtig, meinen Job „richtig“ zu machen. Deshalb habe ich es auch abgelehnt, im Vorstand der AWO mitzuarbeiten. Denn schließlich bin ich schon Mitglied des Kirchenvorstandes.“
 

Was ist Dir bei Deiner Arbeit für behinderte Menschen wichtig?

„Mein Sohn arbeitet ja seit einiger Zeit in der Aumühle und mir ist es wichtig, zu sehen, wie mein Kind betreut wird. Durch meine Mitarbeit lerne ich die Einrichtung von einer anderen Seite kennen und habe damit die Möglichkeit, auf Dinge Einfluss zu nehmen. Oder auch zu verbessern.

Oftmals habe ich den Satz gehört „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Das konnte und kann ich bis heute nicht akzeptieren. Bei mir gilt das Motto: Geht nicht, gibt’s nicht!

Noch dazu ist es mir wichtig, dass behinderte Menschen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Eine Sache, die ich aber lernen musste, ist dass ich mein Kind im Laufe der Jahre loslassen muss. Was auch bis heute nicht immer einfach ist.“


Was würdest Du Dir in Erzhausen für behinderte Menschen wünschen? Wo sind noch Schwachstellen?

„Ein alternatives Sportangebot wäre toll. Ich stelle mir da z.B. eine gemischte Sportgruppe vor mit Jung und Alt / Behindert und Nicht-Behindert – eben einen Raum, in dem das Nebeneinander Normalität ist.  Mir ist klar, dass viele Menschen Berührungsängste haben, doch auch behinderte Menschen sollen meiner Meinung nach mehr wahrgenommen und geschätzt werden.“


Was war Deine größte Herausforderung?

„Meine Großfamilie. Ich hatte einen kleineren Bruder. Für den musste ich immer Verantwortung übernehmen.  Mein Vater ist auch in einer Großfamilie aufgewachsen und hatte fünf Geschwister. Jedes Wochenende sind wir zur Oma gefahren. Das fand ich toll dort, da war immer was los und es gab‘ immer action. Deshalb konnte ich mir nicht vorstellen, nur ein Kind zu bekommen.“
 

Worauf warst Du in letzter Zeit besonders stolz?

„Auf den Transport im Januar in die Ukraine mit zwei LKW über den Verein „Vergiß´ mein nicht“. Vorher hatten wir alle Bauchschmerzen, wie wir das schaffen sollen und ob wir genug Helfer zusammen bekommen. Doch wir waren an zwei Tagen bis zu 40 Ehrenamtliche. Auch sind in der Ukraine die Auflagen für Hilfstransporte extrem hoch, viele Modalitäten müssen im Vorfeld geklärt werden. Seitenweise Listen über das Inventar gilt es vorzubereiten Die Zollbestimmungen sind extrem umfangreich. Z.B. haben wir diesmal die ausrangierten Möbel aus der Hessenwaldschule mitgenommen. Aber auch Klamotten und Haushaltswaren. Sogar Rollstühle waren mit dabei.

Ich bin dann selbst auch in die Ukraine geflogen. Denn mir ist es wichtig, das zu sehen, was ich unterstütze.

Am 18.03. organisieren wir wieder einen Sammel-Spendentag in Erzhausen. Da freuen wir uns über viele Spenden für die Ukraine.“
 

Was vermisst Du in Erzhausen? Was sollte in Zukunft geändert werden?

„Meiner Meinung nach könnte der Hessenplatz mehr als zentraler Platz im Dorf belebt werden.

Ich frage mich, warum viele Hausbesitzer ihre Autos auf der Strasse parken, obwohl sie doch Abstellmöglichkeiten auf dem eigenen Grundstück haben.

Genauso sollten die vielen Veranstaltungen, die es hier gibt, mehr wahrgenommen werden. Oftmals trifft man immer die gleichen Leute. So sollten z.B. die Erzhäuser, die hier „nur wohnen“, sich mehr ins Dorfgeschehen mit einbringen.

Auch könnte es wieder mehr Feste für Kinder geben.“
 

Wenn man Dich und Deinen Mann in Erzhausen trifft, seid ihr immer gut drauf und strahlt positive Energie aus. Wie macht ihr das?

„Wie vorhin schon gesagt gilt in meinem Leben das Motto: Geht nicht, gibt’s nicht! In allem was ich tue, ist meine Familie und Ehe mir das Wichtigste. Sie gibt mir Rückhalt und gemeinsam meistern wir alle schwierigen Situationen.“
 

Wir bedanken uns für das nette und sehr angenehme Gespräch mit Dir und wünschen Dir für Deine weiteren Aktivitäten viel Erfolg!

Das Interview wurde geführt von Nicole Flach und Helga Staudt

(H)ERZhäuser Angelegenheiten
Eine Arbeitsgruppe des SPD-Ortsvereins

 

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