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Sozial – Persönlich - Direkt

Im Gespräch mit Sandra Fischer

Sozial -  Persönlich – Direkt

Die gebürtige Cottbuserin Sandra Fischer, geboren 1972, verheiratet, 2 Kinder, wohnt seit 1996 in Erzhausen. Sie arbeitet seit nunmehr zehn Jahren als Tagespflegeperson (Tagesmutter) hier in Erzhausen, ist ehrenamtlich für die Radsportabteilung des SVE tätig , Elternbeirat in der Hessenwaldschule, sowie Mitglied des Basarteams, wo sie u.a. für den Internetauftritt zuständig ist.

Nach der Elternzeit war der Wiedereinstieg in ihren alten Beruf nicht so einfach. Zudem war es ihr wichtig auch für die Familie da zu sein. Der Wunsch mit Kindern zu arbeiten ist aber zu diesem Zeitpunkt längst gereift. 2007 absolvierte sie im Zenja in Langen die Grundqualifikation zur Kindertagespflegeperson und bestand dort einige Jahre später das Bundeszertifikat.

Was ist Dir an Deiner Arbeit wichtig?

Zum Einen ein wertschätzender, respektvollen Umgang mit den Eltern, was bei einer derart familiennahen Betreuung sehr wichtig ist. Zum Anderen ist es mir wichtig, dass die Kinder in meiner Betreuungsstelle „gut ankommen“. Vertrauen fassen und mich als Bezugsperson akzeptieren, nur so können sie sich positiv entwickeln. Es ist jeden Tag aufs Neue spannend zu sehen, wie unterschiedlich Kinder ihren Weg gehen, ihre Umwelt entdecken und soziale Kontakte aufbauen.
 

Was ist Deine besondere Herausforderung?  

Nun ja, ich betreue oft 5 Kinder gleichzeitig. Mein Augenmerk liegt auf Bewegung und Natur. Wir sind viel draußen im Wald, auf Spielplätzen oder laufen auch mal bis zu den Pferdekoppeln Richtung Hessenwaldschule. Außerdem gehen wir mittwochs ins Kinderturnen. Kindern Freiheiten zum groß werden lassen, gleichzeitig aber die Gesamtsituation immer richtig einzuschätzen ist schon herausfordernd.

Mit bis zu fünf Kindern bleibst Du trotzdem meistens ruhig und gelassen. Wie machst Du das?

Es gibt einen schönen Spruch „In der Ruhe liegt die Kraft“, da ist was dran. Kinder haben sehr feine Antenne und merken sofort wenn Dinge anders wie gewohnt sind. Bin ich hektisch überträgt sich das. Ich möchte, dass sie in ihrem eigenen Tempo lernen können und dazu gehören vor allem Geduld. Kinder funktionieren nicht, sie wachsen mit jedem Tag.

Was wünscht Du Dir für die  Zukunft?

Für meine Arbeit wäre eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde Erzhausen wünschenswert, um den Eltern Transparenz und verschiedene Konzepte im U3 Betreuungsbereich aufzuzeigen. Das funktioniert bereits sehr gut unter den Erzhäuser Tagesmüttern, genauso mit dem Mini-Kids-Club.

Für meine Familie und mich wünsche ich mir vor allem Gesundheit und das wir auch in Zukunft so gut zusammen halten.

Wie schaltest Du nach dem stressigen Job am Abend ab?

Naja stressig, ich würde sagen turbulent. Stress ist oft so negativ belegt….

Es gibt tatsächlich eine zweite Leidenschaft, ich Stricke. Eine kleine Oase, wo ich gleichermaßen abschalten und kreativ sein kann. Dabei komme ich zur Ruhe. Nebenbei schreibe ich in einem eigenen Blog (strickfisch.com) darüber.

Du bist aber auch ehrenamtlich im Basarteam und der Abt. Radsport tätig, warum?

Ich komme aus einer Familie, wo es selbstverständlich ist auch für Andere etwas zu tun. Ich finde es wichtig „zurück zu geben“. Meine Kinder haben beide jahrelang Radball gespielt, der Jüngere spielt noch immer und ist sehr erfolgreich. Im letzten Jahr wurde er und sein Partner Vierter bei der Deutschen Meisterschaft. Möglich war dies hauptsächlich durch den ehrenamtlichen Einsatz seiner Trainer. Das mein Mann und ich die Radraketen (Radsport für 5.-7. Jährige) ins Leben gerufen haben und gemeinsam mit dem Jugendspieler Florian Grebe trainieren, ist unsere Art Danke zu sagen.

Im Basarteam helfe ich bereits seit 15 Jahren mit. „Meine Güte.., dass ist lange“ Seinerzeit, als Mutter von noch kleinen Kindern eher zufällig dazu gekommen, ist es inzwischen fester Bestandteil zweimal im Jahr den Basar mit zu organisieren.
 

Vielen Dank an Sandra Fischer

Anmerkung der Redaktion.: Der Erzhäuser Kinderbasar ist inzwischen einer der größten in der Umgebung. Er findet zweimal jährlich im Frühjahr und Herbst statt. Das Team besteht aus ca. 25 Frauen die sich mehrere Tage um Auf-und Abbau, Organisation und Verkauf kümmern. Inzwischen helfen Flüchtlinge beim Aufbau der schweren Tische, nichtverkaufte Kleidungsstücke und Spielsachen werden gespendet, z.B. für Ivanych

Das Interview wurde geführt von Nicole Flach und Inge Rollar.

(H)ERZhäuser Angelegenheiten

Eine Arbeitsgruppe des SPD-Ortsverein