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SPD Ortsverein Erzhausen

Besuch des I.G. Farben-Gebäudes im Frankfurter Westend

Presse

 

(AR) „Allmächtiger!“ rief einer aus der Besuchergruppe angesichts des gigantischen I.G. Farben-Gebäudes im Frankfurter Westend am Donnerstag, 17. November. Wieder ist es dem Frankfurter Stadtführer mit Erzhäuser Wurzeln - Dieter Wesp - gelungen, einer 35 köpfigen Gruppe der AG 60 plus des Erzhäuser Ortsvereins der SPD auf eine faszinierende Zeitreise mitzunehmen.

Es begann 1925 während der Weimarer Republik. Damals gründeten die 3 größten deutschen Chemieunternehmen Farbwerke Höchst in Frankfurt, BASF in Ludwigshafen und Bayer in Leverkusen neben anderen Firmen ein Kartell: die I.G. Farben Industrie AG. Als Sinnbild deutscher kaufmännischer und wissenschaftlicher Macht sollte nach außen hin ein zentrales repräsentatives Bürogebäude errichtet werden, nämlich in Frankfurt/ Main. Auf einem geeigneten Gelände, bekannt als Affenstein, plante der Architekt Poelzig einen schwingenden gebogenen Baukörper von 250 m Länge, 35 m Höhe und neun Geschossen als Stahlskelettkonstruktion mit 6 Querflügeln in einen 14 ha großen Park. Das Haus wurde 1928 - 1931 erbaut und galt damals als das größte Bürogebäude der Welt.

Mit der Machtübernahme der Nazis 1933 begann eine unheilvolle Allianz der I.G. Farben mit dem Regime. Nach der Entlassung sämtlicher jüdischer Mitarbeiter, Geschäftsführer und Wissenschaftler wurde bald klar wie wichtig das Unternehmen für die Nazis war, besonders mit Beginn des 2. Weltkrieges. Wegen dem riesigen Bedarf an synthetischem Gummi / BUNA und Treibstoffen aus Steinkohle ließen die I.G. Farben einen riesigen Industriekomplex errichten in Oberschlesien. Die dazu benötigten Arbeitskräfte „lieh“ man sich von der SS aus dem benachbarten KZ Auschwitz für 3 Reichsmark pro Tag. Auch viele andere Unternehmen profitierten von diesem mörderischen Sklavensystem.

Im Krieg wurde das Gebäude beim Bombenangriff auf Frankfurt nicht zerstört und glänzt bis heute mit seiner wunderschönen Travatin - Fassade. Nach 1945 diente es der US- Militärverwaltung unter General Eisenhower über 50 Jahr als Europäisches Hauptquartier. Nach einem Anschlag der RAF in den 90er Jahren war es ein einziger Hochsicherheitssektor. Mit dem Abzug der Amerikaner stand das Gebäude zunächst leer.

2001 wurde der gesamte Komplex mit vielen neuen Gebäuden zur neuen Goethe-Universität mit dem wohl schönsten Campus Deutschlands. Etwa 40.000 Studenten der verschiedenen Fakultäten können hier ihre Abschlüsse machen. Besonders beliebt bei den Studenten sind die einzigartigen, noch vorhandenen Paternoster Aufzüge die mittlerweile unter Denkmalschutz stehen. Das Unigelände ist ein Besuch wert!

 
 

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