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SPD Ortsverein Erzhausen

2024 Fürstenhaus

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Wie der „Lange“ Ludwig vom Zehnten zum Ersten wurde und seine Braut an seinen Schwager verkaufte

ERZHAUSEN (mt). Am Dienstag, den 26. November, ging es morgens mit der S-Bahn von Erzhausen zum Darmstädter Hauptbahnhof. Von dort mit der Straßenbahn zum Schloss und dann auf Schusters Rappen auf den nahe gelegenen Karolinenplatz. Zwischen dem Hessischen Landesmuseum und dem Staatsarchiv traf die Reisegruppe von 25 historisch interessierten Gästen der SPD AG 60plus auf die Reiseführerin Yulia Lebedova. Die hatte nicht nur ein Buch voller schöner Frauen aus der Darmstädter Vergangenheit im Gepäck, sondern wusste auch deren Geschichte aus dem FF.

„Vier Prinzessinnen aus Hessen-Darmstadt haben nach Russland geheiratet, wo sie nicht nur einen adeligen Ehemann bekamen, sondern auch neue Vornamen, berichtet sie. Für das junge Kaiserhaus Romanow war es sehr wertvoll, Verbindungen zu dem viel älteren deutschen Adel zu bekommen, um seine Legitimation zu festigen. Aus einem Herrscherhaus mussten die jungen Damen kommen, und evangelisch mussten sie sein. Denn sie sollten zur russisch-orthodoxen Kirche konvertieren. Hätten katholische Prinzessinnen das getan, wäre der Papst eingeschritten.

Freilich gibt es über diese Ehen und ihre Anbahnungen Geschichten zu erzählen, die aus einer Seifenoper ebenso gut stammen könnten wie aus einem Historienepos. Tummeln sich um diese doch so illustre Namen wie Katharina die Große, Peter der Große und Ivan der Große – oder auch Schreckliche, sowie natürlich Rasputin, der Wunderheiler und Frauenbetörer, der den ganzen Hof des letzten Zaren verzauberte.

Und der Großherzog, dem als Langer Ludwig auf Darmstadts zentralem Luisenplatz ein Denkmal gesetzt wurde. Er war der erste Großherzog von Hessen und bei Rhein, ein Titel, den Napoleon eingesetzt hatte, während sein Vater noch Ludwig der neunte gewesen war und er selbst infolge dessen auch erst mal der zehnte – nämlich Landgraf von Hessen-Darmstadt. Er war ein Sohn von Karoline, nach der der Platz zwischen Cityring und Herrngarten benannt ist. Im Herrngarten hinter dem Platz steht das Grabmal der „Großen Landgräfin.

Zar Paul, der Sohn Katharinas der Großen, hatte, dank Karolines erfolgreicher Vermittlungsarbeit, Interesse an Ludwigs Schwester Luise, zog dann aber ihre Schwester Wilhelmine vor. Stadtführerin Lebedova beschreibt Wilhelmine als die ideale Mischung zwischen den Gemütern ihrer Schwestern, nicht zu lebhaft und nicht zu introvertiert. Aus Wilhelmine Luise wurde in Russland Natalja Alexejewna. Doch die Geburt ihres ersten Kindes brachten ihr und dem Kind den Tod.

Bereits ein halbes Jahr später war Zar Paul wieder verheiratet, diesmal mit Sophie von Württemberg, die ihm zehn Kinder schenkte, darunter die späteren Kaiser Alexander und Nikolaus. Die Blitzehe hatte Pauls Mutter Katharina organisiert – und das obwohl Sophie, später Maria Fjodorowna, bereits verlobt gewesen war, und zwar mit keinem anderem als Ludwig, der heute auf der langen Säule in Darmstadt verewigt ist, und ja der Bruder von Pauls erster Frau war. Wie das ging? „Mit Geld, sagt die Stadtführerin. Ludwig wurde bezahlt und heiratete seine Cousine Luise. „Eine glückliche Ehe!“ bezeugt Lebedova. Nach Luise ist der Luisenplatz benannt, auf dem das Ludwigsmonument steht. Den Langen Lui kann man vom Karolinenplatz aus sehen.

Von hier marschierten die Ausflügler in die Russische Kapelle auf der Mathildenhöhe (benannt nach Ludwigs Schwiegerenkelin), die Kirchengemeinde der Führerin. Bauherr war der letzte Zar von Russland, Nikolaus der Zweite, der das Gotteshaus auf eigens eingeführter russischer Erde errichten ließ. Nikolaus und seine Familie wurden 1918 von Lenins Bolschewiken ermordet. Für die Kirche ein Märtyrertod, dem etwa 80 Jahre später die Heiligsprechung der Familie folgte. Die Mitglieder sind in der Kapelle mit Heiligenstrahlen dargestellt.

Schnell durchs Alicehospital (benannt nach der Frau von Ludwig dem Vierten), ging es für die aktiven Senioren der SPD und ihre Gäste dann mit dem Bus fast von Tür zu Tür zum Einkehren ins Braustübl am Hauptbahnhof.

Auch Interesse an Stadtausflügen, Fahrradtouren und mehr? Informationen und Anmeldungen unter den Rufnummern 06150-83658 oder 83285 und auf der Website spd-erzhausen.de.

Euer SPD- AG 60 plus Team

 
 

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